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Veröffentlichung
im Haustier-Anzeiger Nr. 09/2002 |
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Rasse-Portrait: Zwergkaninchenrassen Zwergkaninchenrassen gliedert man grundsätzlich in zwei Gruppen: Zum einen Rassen, die vom ZDK (Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter) schon anerkannt wurden und zum zweiten sog. Liebhaberrassen, die bisher noch nicht anerkannt sind (die Anerkennung neuer Züchtungen zum offiziellen Rassestandard dauert oft viele Jahre). Generell teilt man die beiden Gruppen in Stehohr- und Hängeohrkaninchen ein. Zu den vom ZDK anerkannten Rassen gehören: Farbenzwerge, Fuchszwerge, Satinzwerge, Rexzwerge und Widderzwerge. Diese Rassen unterscheidet man nach den folgenden Kriterien: Farbenzwerge zeichnen sich durch einen stark gedrungenen Körper und einen sehr kurzen Nacken, kleine gerade Läufe, einen runden Kopf mit breiter Stirn und breitem Nacken und schmalen, aufrecht stehenden Ohren aus, die im Durchschnitt ca. 5 cm lang sind. Das Körpergewicht sollte etwa zwischen 1.100 und 1.350 Gramm betragen. Sie tragen im Allgemeinen ein kurzes und weiches, in vielen Farben, Abzeichen und Zeichnungen vorkommendes Fell. Fuchszwerge haben grundsätzlich die gleichen körperlichen Merkmale wie Farbenzwerge. Sie unterscheiden sich jedoch in der Felllänge, das am Körper gleichmäßig etwa 5 cm lang ist. Allerdings weisen der Kopf, die Ohren und Läufe eine normale Behaarung auf. Am beliebtesten sind momentan weiße Tiere mit roten oder blauen Augen. Es gibt daneben aber auch schwarze, blaue, braune und fehfarbene Füchse. Das Zuchtziel bei Satinzwergen ist es, die körperlichen Merkmale des Farbenzwerges zu erreichen, was jedoch bei dieser relativ jungen Rasse noch nicht ausgereift ist. Das Fell hat einen besonders tiefen Glanz, der nur bei diesen Kaninchen vorkommt. Die Haarlänge liegt bei 2,5 bis 3 cm. Die beliebteste Farbe ist rot. Sie werden aber auch in blau, siam und thüringer gezüchtet. Auch bei Rexzwergen wird als Zuchtziel die Form des Farbenzwerges angestrebt. Die Haare sind bei dieser Rasse ca. 1,5 cm kurz und stehen senkrecht auf dem Haarboden. Die einzelnen Haare dürfen keinesfalls gewellt oder gelockt sein. Die Grannenhaare sind fein und die Unterwolle ist dicht. Diese Faktoren bewirken das einzigartig samtige Aussehen des Fells. Widderzwerge sind freundliche, gutartige und mäßig temperamentvolle Kaninchen. Das Gewicht liegt zwischen 1.500 und 2.000 Gramm. Sie haben einen kurzen und gedrungenen Körper mit einer schönen Rückenlinie. Der Nacken ist kräftig, kurz, aber ohne sichtbaren Hals. Die Läufe dieser Rasse sind kräftig und kurz. Ihr Kopf ist dick, breit und kurz, mit breiter Schnauze und Kinnbacken. Auch die Stirn ist bei diesen Tieren eher breit. Die Ohren sind fleischig, voll behaart und haben eine Länge von 24 bis 28 cm (gemessen von einer Ohrspitze über den Kopf bis zur anderen Ohrspitze). Sie sollen mit der behaarten Seite nach außen, ohne Drehung, gerade neben dem Kopf hängen. Das Fell ist auch hier dicht und kommt bei Widderzwergen in vielen verschiedenen Farben vor. Nachfolgend möchten wir noch auf die so genannten „Liebhaberrassen“ eingehen, die auch nach Steh- oder Hängeohr eingeteilt werden. Zu den Stehohren zählen Löwenkopfzwerge, Angoralöwenzwerge und Teddyzwerge. Zu Hängeohren gehören Löwenwidder, Angoralöwenwidder, Cashmerewidder und Teddywidder. Bei Löwenkopfzwerge wird ebenfalls angestrebt, die körperlichen Eigenschaften der Farbenzwerge zu erreichen. Sie haben eine Löwenmähne am Kopf und in der Halsregion, darüber hinaus eine längere Behaarung an den Flanken und der so genannten Hose. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Farbschlägen, mit und ohne Abzeichen. Als körperliches Merkmal bei Angoralöwenzwergen wird angestrebt, eine gleichmäßig lange Behaarung zu erreichen. Jedoch sollte das Gesichtsfeld bis auf Backenbart und Schopfbehaarung kurz bleiben. Auch Teddyzwerge sollten Merkmale von Farbenzwergen aufweisen. Hierbei ist die Behaarung am gesamten Körper, auch am Kopf lang, so dass man fast keine Augen mehr sieht.Bei allen Langhaarzwergen ist eine regelmäßige Pflege des Haarkleides absolut notwendig, da ansonsten das Fell verfilzt. Deshalb sollten sie (wenn möglich) täglich gekämmt werden, wodurch sich auch das Scheren erübrigt, da sie einem jahreszeibedingten Fellwechsel unterliegen. Löwenwidder wiederum zeigen die gleiche Behaarung wie Löwenkopfzwerge und sollen, genau wie auch alle anderen, unten weiter beschriebenen Langhaarkaninchen den selben Rassestandart wie Zwergwidder erfüllen. Cashmerewidder haben ein weiches, halblanges Fell mit festen Grannenhaaren, sind aber am Kopf und an den Ohren kurz behaart. Auch sie werden in vielen verschiedenen Farbvarianten angeboten. Bei Angoralöwenwiddern ist das Fell lang und seidig. Nur im Gesicht, außer an Backenbart und Schopf, sind sie kurz behaart. Auch diese Rasse finden Sie in vielen verschiedenen Farben. Teddywidder sollten am gesamten Körper und am Kopf ein einheitlich langes, seidiges Fell haben. Bei allen hier beschriebenen Langhaarkaninchen gilt der Grundsatz: Nur bei regelmäßigem Bürsten und Kämmen sehen sie immer gepflegt aus.
Wichtiges zum Abschluss: Für welches Zwergkaninchen man sich auch entscheidet, in jedem Fall sollte man sich vor dem Kauf ausgiebig damit auseinander setzen und entsprechende Literatur über Haltung, Pflege und Eigenarten lesen. Nichts ist schlimmer, als sich ein Tier anzuschaffen, das nach wenigen Wochen wieder abgeschoben wird. Das passiert leider viel zu oft, weil man plötzlich merkt, dass eine regelmäßige Beschäftigung mit dem Tier Zeit in Anspruch nimmt und „unangenehm“ ist. Zwergkaninchen werden bis zu 8 Jahren und älter und außer Futter, Wasser, dem Herumtoben in der Wohnung oder einem geeigneten Auslauf, gehört auch die tägliche Fellpflege zu den anfallenden Pflichten. Sobald Sie sich dann aber für ein solches Tier entschieden haben und sich an diese wenigen Grundregeln halten, sei Ihnen hiermit eines versprochen: Ihr neues Familienmitglied wird Ihnen viel Freude bereiten und Sie werden jede Menge Spaß zusammen haben! Text und Fotos von Martina
Posth und Bärbel
Theis
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